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20.06.2019 20:44

Prozess nach Mord an Touristinnen in Marokko

  • Die zwei skandinavischen Rucksacktouristinnen waren beim Zelten im Atlas-Gebirge ermordet worden. (Archivbild)
    Die zwei skandinavischen Rucksacktouristinnen waren beim Zelten im Atlas-Gebirge ermordet worden. (Archivbild) | KEYSTONE/EPA RITZAU SCANPIX/THOMAS SJOERUP
MAROKKO ⋅ Der Prozess um den mutmasslich islamistisch motivierten Mord an zwei skandinavischen Rucksacktouristinnen in Marokko ist am Donnerstag mit der Vernehmung weiterer Angeklagter fortgesetzt worden. Darunter war auch ein spanisch-schweizerischer Doppelbürger.

Ein zweiter Mann mit Schweizer Wurzeln war in dem Prozess bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht musste nun noch sieben Angeklagte vernehmen, darunter einen 25-jährigen Hispano-Schweizer, der sich nach seinem Übertritt zum Islam in Marokko niederliess. Alle wiesen jegliche Beteiligung an der Tat von sich

Eine 24 Jahre alte dänische Studentin und ihre vier Jahre ältere norwegische Freundin waren im Dezember beim Zelten im Atlas-Gebirge ermordet worden. In einem nach dem Mord verbreiteten Video hatten die mutmasslichen Täter dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen. Ein weiteres Video zeigte die Enthauptung eines der beiden Opfer.

Angeklagt sind insgesamt 24 Verdächtige aus der radikalislamischen Szene, darunter die drei mutmasslich direkt an der Tat Beteiligten. Der Anwalt der Nebenkläger will die Todesstrafe für die Hauptverdächtigen beantragen - auch wenn diese in Marokko seit 1993 nicht mehr vollstreckt wird.

Nach Auffassung der Ermittler waren die Angeklagten von der IS-Ideologie inspiriert, hatten aber keinen Kontakt zu den Dschihadisten in Syrien oder dem Irak. Der IS selbst reklamierte die Tat nie für sich. (sda/afp)

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