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11.02.2019 10:11

Ausverkauf drückt Preisniveau

  • Ausverkauf drückt Teuerung. (Archivbild)
    Ausverkauf drückt Teuerung. (Archivbild) | KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
KONJUNKTUR ⋅ Die Konsumentenpreise sind im Januar im Vergleich zum Vormonat deutlich gesunken. Das Preisniveau gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) verminderte sich um 0,3 Prozent auf 101,3 Punkte (Basis Dez. 2015 = 100).

Innert Jahresfrist betrug die Teuerung damit +0,6 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Die für den Berichtsmonat ausgewiesenen Werte liegen damit im unteren Bereich der Erwartungen. Ökonomen hatten beim Monatswert -0,3 bis 0,0 Prozent und bei der Jahresteuerung +0,5 bis +0,8 Prozent geschätzt.

Die Jahresteuerung ist seit dem Sommer wieder deutlich gesunken: noch im August hatte sie bei 1,2 Prozent gelegen. Sie liegt damit auch wieder weit unter dem Wert von 2,0 Prozent, der von Notenbanken gemeinhin als stabiles Preisniveau bezeichnet wird. Die SNB dürfte entsprechend mit einer Anpassung der Zins- bzw. Geldpolitik weiter zuwarten.

Ausverkauf reduziert Preise

Der Rückgang des Index im Vergleich zum Vormonat ist laut BFS auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf die im Rahmen des Ausverkaufs reduzierten Preise für Bekleidung und Schuhe. Auch die Preise für Heizöl sind gesunken, ebenso wie jene für Medikamente. Gestiegen sind hingegen die Preise für Hotelübernachtungen und jene für Elektrizität.

Vor allem die Importgüter verbilligten sich mit -1,7 Prozent im Berichtsmonat deutlich, Inlandgüter wurden derweil um 0,2 Prozent teurer. Auf Jahresbasis waren die Werte mit +0,6 bzw. +0,5 Prozent praktisch gleich.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), anhand dessen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern verglichen werden kann, lag im Januar bei 100,63 Punkten. Dies entspricht einer Veränderungsrate von -0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und von +0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Neugewichtung

Das BFS passt den Warenkorb, der dem CPI zugrunde liegt, jährlich an. Allerdings sind die Veränderungen meist relativ gering. Etwas höher gewichtet werden dieses Jahr mit 10,67 Prozent etwa Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke oder mit neu 15,47 Prozent Produkte für die Gesundheitspflege. Die alten Werte lagen hier bei 10,45 bzw. 15,06 Prozent. Weniger Gewicht im Warenkorb haben der Bereich Wohnen und Energie mit neu 25,15 Prozent (alt: 25,42%) oder die Warengruppe Verkehr mit 10,75 Prozent (11,25%). Wohnen und Energie ist der klar grösste Posten vor Gesundheitspflege und Verkehr.

Grundlage für die Warenkorbgewichtung ist eine jährlich durchgeführte Haushaltsbudgeterhebung (HABE). Bei 3000 per Zufallsverfahren ausgewählten privaten Haushalten werden die Konsumausgaben detailliert erhoben und dann zu einer durchschnittlichen Ausgabenstruktur hochgerechnet. Für die Bereiche, die mit dieser Erhebung nicht ausreichend dokomentiert sind, werden laut den BFS-Angaben zusätzlich Branchen- und Marktforschungsdaten beigezogen. (sda/awp)

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