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20.10.2021 05:11

«Kein Musikvideo, wie man es sonst kennt» – Band überrascht mit neuem Format

  • Im Sommer dieses Jahres produzierte Mario «Moe» Schelbert eine Mini-Mystery-Serie auf dem Furkapass. Im Bild zu sehen ist Schauspieler Marco Sykora.  (Bild: PD)
  • Die Serie begleitet das neue Album «Hour of Extravaganza» musikalisch und visuell.  (Bild: PD)
  • Die Miniserie wurde im 70er-Jahre-Stil gedreht. Inspiriert wurde Schelbert durch den Film «Fargo».  (Bild: PD)
  • Mario «Moe» Schelbert beim Dreh der Mini-Mystery-Serie diesen Sommer.  (Bild: Kristina Gysi (Furkapass, 23. Juli 2021))
  • Auch das Hotel Belvedere wurde zur Filmkulisse.  (Bild: PD)
  • Ebenfalls am Set war der Urner Schauspieler Peter Zgraggen.  (Bild: PD)
URI ⋅ Kommenden Freitag und Samstag wird im Kellertheater Vogelsang neue Musik gespielt. Sie stammt aus den Instrumenten der Band Moes Anthill und aus der Kehle von Frontmann Mario «Moe» Schelbert. Zeitgleich erscheint der erste Teil einer Mini-Mystery-Serie, die das neue Album musikalisch und visuell begleitet.

Kristina Gysi

Mario «Moe» Schelbert, der Frontmann der Urner Band Moes Anthill, möchte dem Namen des neuesten Albums alle Ehre machen. «Hour of Extravaganza» setzt durch seinen Titel einiges voraus. Dass allein die Musik der Band kaum einem spezifischen Genre zuzuordnen ist, reicht Schelbert in diesem Fall nicht. Wenn schon skurril, dann richtig, scheint die Devise. Und so entstand im Sommer dieses Jahres inmitten der malerischen Kulisse auf dem Furkapass eine vierteilige Mystery-Serie, die kaum extravaganter sein könnte. Schelbert sagte damals:

«Das, was wir machen, ist kein Musikvideo, wie man es sonst kennt.»

Ob diese Worte der Wahrheit entsprechen, können Besucherinnen und Besucher des Kellertheaters Vogelsang bald selbst beurteilen. Dort wird am kommenden Freitag und Samstag der erste Teil der Serie unter dem Namen «The Origin» gezeigt. Den gleichnamigen ersten Song des neuen Albums spielt die Band selbstverständlich live. Ein mit Ironie gespicktes Stück über das scheinbar unstillbare Bedürfnis des Menschen nach grösstmöglicher Effizienz.

Einige Monate sind seit den Dreharbeiten auf dem Furkapass vergangen. Schelberts Überzeugung für das Projekt hat diese Zeit nichts abgetan: «Jetzt ist nicht mehr nur eine Vision, sondern ein Resultat vorhanden», sagt er. Nun ist es an der Zeit, dieses Resultat der Öffentlichkeit zu zeigen. Aus Schelberts Stimme spricht Freude und Sehnsucht, wenn er über das kommende Wochenende spricht: «Nach zwei Jahren Corona hatte ich einfach mal wieder Lust auf Musikkeller-Atmosphäre», sagt er. Menschen, die im Halbdunkel eng beieinanderstehen und sich in der Hitze ihrer Körper wiegend der Musik hingeben. Das ist es, was Schelbert vermisst.

Ob sich im Vogelsang tatsächlich eine solche Atmosphäre breitmachen wird, ist noch ungewiss. Die fortwährend angepassten Massnahmen des Bundes waren für die Planung des Events herausfordernd. Da der Kanton Uri Schelberts «Homebase» ist, hat sich die Band schliesslich für zwei Aufführungsdaten entschieden. «Damit wir das Publikum bei allfälligen Platzbeschränkungen hätten verteilen können», erklärt Schelbert.

Nun hofft er, dass sich diese Idee auch in der Umsetzung als clever bewahrheitet. Bis anhin verläuft der Vorverkauf schleppend, laut Schelbert ist rund die Hälfte der aktiv eingeladenen Leute nicht bereit, sich ein Zertifikat ausstellen zu lassen. «Es ist schon ernüchternd», sagt er. Seine Motivation lässt sich der Künstler deswegen aber nicht nehmen. «Ich freue mich riesig auf das Konzert und den ganzen Abend. Wir haben ein tolles Bühnenprogramm und riesig Lust, das zu machen.» Nervös sei er allerdings nicht – er habe gar keine Zeit dafür.

Musikvideo überrascht seine Zuschauer

Bisher hat sich Schelbert alle vier Teile der Serie mit den daran beteiligten Leuten angeschaut und das Produkt einigen Veranstaltern geschickt, «um sie gelustig zu machen». Bisher sei die Resonanz sehr gut: «Die Leute wissen halt meist nicht, was sie erwartet, und denken dann, dass sie mich im Video sehen werden», so Schelbert. Umso grösser ist die Überraschung, wenn sie anstelle des rostroten Krauskopfs mit Baseballkappe einen Film im 70er-Jahre-Stil sehen, der eine professionelle Besetzung, einen Plot und vor allem eine atemberaubende Kulisse zeigt. Wenn man es in Schelberts Worten sagen möchte, ist es also tatsächlich «kein Musikvideo, wie man es sonst kennt».

Bis zum offiziellen Albumrelease im Februar 2022 wird Schelbert mit seiner Band die anderen drei Teile der Serie mit weiteren Konzerten veröffentlichen und feiern. Im kommenden Frühling solle dann noch ein grösserer Event stattfinden, der vor allem die Schauspieler in den Mittelpunkt rückt. «Den werden wir dann auf dem Furkapass machen, denn es geht im Film ja vor allem um diesen Ort», so Schelbert.

Nebst finanzieller Unterstützung durch den Kanton Uri und Andermatt Tourismus konnte der Sänger bislang einen weiteren Sponsor für das Projekt begeistern. Während die restlichen drei Teile der Serie erscheinen, läuft zudem das Crowdfunding weiter. Es soll denn interessierten Menschen die Entscheidung überlassen, wie viel sie für den Konsum dieser Art von Kunst bezahlen möchten.

«Die Spenderinnen und Spender unterstützen also nicht nur das Projekt an sich, sondern die ganze Idee solcher musikalischer Kurzserien.»

Zufrieden, wie er scheint, könnte man meinen, dass Schelberts Tatendrang vorerst gestillt ist. Doch wer den Künstler kennt, der weiss, dass das nicht so einfach ist. Er sagt: «Jetzt habe ich Blut geleckt. Es muss weitergehen.»

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