Uri
Lade Login-Box.
22.05.2019 12:18

Urner FDP-Landrat sagt: «Was hier vorgeht, ist Planwirtschaft»

  • Noch ist unklar, was mit dem Hauptsitz der Urner Kantonalbank passiert. (Bild: Corinne Glanzmann, Altdorf, 18. Oktober 2018)
  • FDP-Landrat Georg Simmen.
URI ⋅ Georg Simmen (FDP, Realp) findet in seiner Interpellation zur Immobilienstrategie des Kantons und zur Rolle der Urner Kantonalbank deutliche Worte.

Bruno Arnold

Bruno Arnold

Rund um den Bahnhof Altdorf sollen sich neue Firmen ansiedeln. Gemäss Angaben unter www.standort-uri.ch besteht dort ein Potenzial von über 1000 neuen Arbeitsplätzen. «Aktuell hält sich aber die Investitionsfreudigkeit in Grenzen», sagte Landrat Georg Simmen (FDP, Realp) am 22. Mai bei der Begründung einer Interpellation zur Immobilienstrategie des Kantons und zur Rolle der Urner Kantonalbank (UKB).

Interesse zeige bisher nur die kantonseigene UKB. Sie will am Bahnhof den neuen Hauptsitz erstellen und rund 6000 m2 Büroflächen an Dritte vermieten. Das Investitionsvolumen beträgt gemäss aktuellem Kostenvoranschlag rund 49 Millionen Franken. «Die UKB möchte den Initialimpuls für das Generationenprojekt ‹Entwicklungsschwerpunkt Urner Talboden› geben und so einen wichtigen Beitrag an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Kantons leisten», hielt der FDP-Vertreter fest. Sie sehe an diesem Standort auch eigene Entwicklungsmöglichkeiten, die aber (noch) nicht konkretisiert seien.

Zukunft des bisherigen Hauptsitzes noch ungewiss

«Was hier vorgeht, ist – zugespitzt ausgedrückt – Planwirtschaft, also von einer staatlichen Stelle zentral geplante Volkswirtschaft», sagte Simmen. «Der Regierungsrat plant einen wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt und die Staatsbank ist dort der grösste Investor, dies bei einer angespannten Lage im Bürovermietungsmarkt und ohne aktuell über konkrete Zusagen von Drittmietern zu verfügen.»

Auch wisse die UKB noch nicht, was sie mit ihrem bisherigen Hauptsitz machen wolle. «Einerseits will die Bank Kosten sparen, indem sie bestehende Gebäude schliesst, anderseits riskiert sie mit dem Impulsprojekt am Bahnhofplatz bei Leerständen neue hohe Kosten, die sich negativ auf das Geschäftsergebnis und auf die Ablieferungen an den Kanton auswirken können», monierte Simmen.

«Das Sahnehäubchen in Sachen Planwirtschaft wäre es, wenn der Kanton für die Unterbringung gewisser Verwaltungszweige das bisherige Hauptgebäude kaufen oder mieten oder sogar eine gewisse Fläche im neuen Gebäude am Bahnhofplatz für sich reservieren würde.»

Simmen bittet die Regierung, folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche Immobilienstrategie verfolgt der Kanton Uri? Welche Mietverhältnisse mit Dritten für welche Verwaltungszweige bestehen, wann laufen diese ab und wie soll es nach deren Ablauf weitergehen?
  • Welche Abmachungen bestehen zwischen dem Kanton und der UKB bezüglich neuem Gebäude Bahnhofplatz Altdorf und/oder aktuellem Hauptgebäude an der Bahnhofstrasse 1? Haben diesbezüglich bereits Gespräche der Regierung mit der UKB stattgefunden und was ist der aktuelle Stand in dieser Angelegenheit?
  • Welche Szenarien respektive Business cases (best, worst, middle case) gibt es für die UKB bezüglich Vermietung der Büroflächen an Dritte im geplanten Gebäude am Bahnhofplatz Altdorf?
  • Über was für ein Szenario verfügt die UKB bei längeren Leerständen und wie könnte sich das auf das jährliche Geschäftsergebnis auswirken? Welche Szenarien (best, worst, middle case) gibt es bezüglich des bisherigen UKB-Hauptgebäudes im Dorf?
  • Wie finanziert die UKB den Bau des neuen Gebäudes am Bahnhofplatz und wie wird sichergestellt, dass die Ablieferung an den Kanton im bisherigen Rahmen bestehen bleibt?

Kommentare

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!

Meist gelesene Artikel

OBERÄGERI

Pro Tag entfernt eine Firma bis zu zwölf Wespennester

SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher fordert einen stärkeren Inländervorrang in der Schweiz. (Archivbild)
PERSONENFREIZÜGIGKEIT

Mangelndes Verständnis ausländischer Chefs

LUZERN

«Schnee von gestern»: Wer hat da eigentlich wem applaudiert?

Italiens Regierungschef Guiseppe Conte (rechts) und Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri kündigten am Freitagabend an, dass die Anti-Corona-Massnahmen bis 7. September verlängert werden.
ITALIEN

Corona-Massnahmen in Italien verlängert

LUZERN

Heitere-Chef Christoph Bill: «Wir verlieren 90 Prozent Umsatz»

ARCHIV - US-Präsident Donald Trumps Herausforderer Joe Biden bekommt im Wahlkampf nach Erkenntnissen von US-Geheimdiensten gezielt Gegenwind aus Russland. Foto: Paul Sancya/AP/dpa
CHINA

US-Geheimdienste: Russland arbeitet gegen Wahlsieg Joe Bidens

LUZERN

Mall of Switzerland: Nach nur 1,5 Jahren verlässt der Chef das Einkaufszentrum – die Neue heisst Jessica Janssen

Auf Stefan Küng wartet am Samstag mit Mailand - Sanremo eine Hitzeschlacht über 299 km
RAD

Stefan Küng: "Wie in einem Backofen"

Passanten überqueren eine Straße in dem Stadtbezirk Shibuya. Japans Hauptstadt bestätigte am 31. Juli einen Zuwachs an mehr als 400 Corona-Neuinfektionen. Foto: Eugene Hoshiko/AP/dpa
JAPAN

Japan verzeichnet Höchstwert an neuen Coronainfektionen

Der Gletschersee oberhalb der Lenk im Berner Oberland läuft seit Freitagmorgen aus.
GLETSCHERSEE

Keine Schäden bei Ausfluss Gletschersee

Zur klassischen Ansicht wechseln