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16.09.2021 09:45

«Mehr vom anderen Geschlecht»

  • Die Tagung zum Projekt «MevA – mehr vom Anderen» fand an der Pädagogischen Hochschule Zug statt. (Bild: Roger Zbinden (Zug, 8. August 2020))
ZUG ⋅ Das Projekt «MevA» will Mädchen in MINT-Berufen fördern. An der Pädagogischen Hochschule Zug wurden am 9. September Projekte vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert.

Für die Pädagogische Hochschule Zug: Nicole Suter

Eine Primarlehrerin fordert ihre Schülerinnen und Schüler auf, «Frauenberufe» und «Männerberufe» aufzuschreiben. Eine Schülerin muckt auf und sagt: «Aber Frauen können doch auch alle Berufe wählen!» Die Berufe sind nach wie vor stark nach dem Geschlecht aufgeteilt. Dem will das Projekt «MevA» – mehr vom Anderen – entgegenwirken mit Projekten für die Berufsbildung (etwa Talentförderung), Gymnasien (z.B. «TechDay» und dem MINT-Label der Kantonsschule Zug) und den Zuger Hochschulbereich (etwa Dienstleistungen im MINT-Bereich für Schulen der Region).

An der Tagung vom 9. September wurden beim Treffen an der PH Zug Initiativen und Projekte vorgestellt und mit einem breiten Publikum diskutiert. Das Projekt «MevA» war aus einer Studienreise nach Schweden heraus gewachsen. Dort hatten Dozierende der PH Zug und Verantwortliche der Berufsbildung erfahren, welche Anstrengungen im hohen Norden unternommen werden, um Mädchen in MINT-Berufen zu fördern. Der Schlüssel liegt demnach in einem engen Netzwerk wirtschaftlicher Partner und jenen Schulen, die auf den Übertritt ins Berufsleben vorbereiten. Ziel ist in jedem Beruf ein Verhältnis von 60:40 Durchmischung der Geschlechter. «Vielfalt in Teams ist auch aus Sicht von Wirtschaftsvertretern wichtig, weil mehr Ideen entstehen und bessere Ergebnisse generiert werden», bestätigt auch Clemens Schmid von Roche Diagnostics.

Förderung in umgebautem Bus

Das Projekt «Faszination Technik Mobil» der Zuger Wirtschaftskammer, in Kooperation mit der PH Zug, will MINT-Förderung an den Zuger Schulen betreiben. Der umgebaute Bus der Zuger Verkehrsbetriebe bietet zwölf Arbeitsplätze für Schülerinnen und Schüler und enthält Material für angewandte Informatik. Die PH Zug bereitet Unterrichtseinheiten gemäss Lehrplan 21 vor, die handlungsorientiert und interdisziplinär ausgestaltet sind. Ein wei­teres Ziel von «MevA» ist es, die vielen Ini­tiativen im Kanton Zug für die MINT-Förderung («Girls for MINT», «Faszination Technik», «Tüftellabor» und andere mehr) in einer gemeinsam betriebenen Plattform zu erfassen und sie sichtbar zu machen.

Am Austausch an der PH Zug nahmen Vertretungen aller Bildungsstufen des Kantons Zug, der Verwaltung und der Wirtschaft teil. Wie Ständerat Matthias Michel feststellte, sind die Geschlechter-Klischees noch weit verbreitet, wenn es um Berufswahl und Stellenausschreibungen geht: «Veränderungen der kulturellen Leitbilder zu ‹gender› und Arbeitsmarkt bedürfen einer gemeinsamen Anstrengung verschiedener Akteure aus Bildung, Wirtschaft und Verwaltung.» Dies bezeichnet Regierungsrat Stephan Schleiss als «Zuger Qualität» und fordert pragmatische Lösungen, damit «MevA» in der Ausbildungs- und Arbeitswelt gelingen kann.

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