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05.05.2021 18:55

Der FCSG steht im Cupfinal

  • Der St. Galler Verteidiger Miro Muheim (links) gegen den Servettien Miroslav Stevanovic
    Der St. Galler Verteidiger Miro Muheim (links) gegen den Servettien Miroslav Stevanovic | KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI
SCHWEIZER CUP ⋅ In der Meisterschaft in Schwierigkeiten, im Cup im Hoch: St. Gallen erreicht erstmals seit 1998 den Cupfinal. Möglich macht es Basil Stillhart mit seinem späten Tor zum 1:0 in Genf gegen Servette.

Stillhart nutzte nach 83 Minuten, nach einem Doppelpass mit dem eingewechselten Chikwubuike Adamu, sehr geschickt einen Fehler von Servettes Goalie Jérémy Frick. Frick rechnete mit einer Flanke und stellte sich ein paar Meter vor die Torlinie. Stillhart zielte jedoch auf das Tor und traf es aus spitzem Winkel.

Vor 23 Jahren hatten die Ostschweizer den dramatischen Cupfinal im Wankdorf gegen Lausanne-Sport nach einer 2:0-Führung im Penaltyschiessen verloren. Am Pfingstmontag, 24. Mai, werden sie im gleichen Stadion im Final gegen den FC Luzern den zweiten Cupsieg der Geschichte des ältesten Klubs anpeilen. Nur 1969 gewannen sie den Pokal, damals mit einem 2:0 gegen Bellinzona.

Der Einzug in den Final ist hochverdient. In den Weg stellte sich den jungen Ostschweizern der alte und neue Meister Young Boys in den Achtelfinals. Sie entliessen die Berner mit einem vielbeachteten 4:1. Auch im Halbfinal war die Hürde eine denkbar hohe, denn sie bekamen es mit den in der Meisterschaft auftrumpfenden Servettiens zu tun, die gerade am Wochenende daheim YB geschlagen hatten.

Die hundert Zuschauer im Stade de Genève bekamen einen Halbfinal in zwei ganz unterschiedlichen Tranchen vorgesetzt. Die erste Halbzeit war ein Spektakel. Die Mannschaften spielten mit offenen Visieren. Es gab hier und dort erstklassige Möglichkeiten für fünf oder sechs Tore. Aber es stand in der Pause 0:0.

Pünktlich zur zweiten Halbzeit machte die Kunst dem Kampf Platz. Servette, das seine Favoritenstellung nie rechtfertigen konnte, begann endlich zu dominieren. Aber in den letzten 20 Minuten gewannen die St. Galler eindeutig die Oberhand. Dass sie das einzige Tor erzielten, war verdient und nicht unlogisch.

Das Spielgeschehen widerspiegelte die Leistungen in der Meisterschaft nur teilweise. Die Ostschweizer, die jüngst grösste Mühe hatten, Tore zu erzielen - ein Tor in 450 Minuten Super League - und Punkte zu akquirieren, nutzten im wichtigsten Moment immerhin eine ihrer Chancen - dank Stillharts Schlitzohrigkeit. Im offenen Schlagabtausch der ersten Halbzeit hätte allein Jérémy Guillemenot zweimal treffen können oder müssen. Schon nach wenigen Sekunden und in der 27. Minute kam er allein vor Jérémy Frick zum Abschluss. Einmal verfehlte er das Tor um Zentimeter beim linken, das andere Mal ebenso knapp beim rechten Pfosten.

Servette relativ enttäuschend

Nach einer guten ersten Hälfte - wie die St. Galler hätten auch die Genfer mindesten zweimal treffen können oder müssen - dominierten die Servettiens nach der Pause nach Spielanteilen, aber sie bekamen Mühe, wirklich gefährliche Angriffe zu zeigen. Am Schluss war die Leistung, gemessen an den Leistungen in der Super League, enttäuschend. Es überraschte, dass Trainer Alain Geiger in der zweiten Halbzeit lang wartete, bis er die Offensive mit Einwechslungen verstärkte und anzukurbeln versuchte.

Telegramm

Servette - St. Gallen 0:1 (0:0)

100 Zuschauer. - SR Jaccottet. - Tor: 83. Stillhart (Adamu) 0:1.

Servette: Frick; Sauthier (92. Diallo), Rouiller, Sasso, Clichy; Ondoua (87. Koné); Cognat, Valls (87. Imeri); Stevanovic, Kyei, Schalk (72. Fofana).

St. Gallen: Ati-Zigi; Cabral, Stergiou, Fazliji, Muheim; Quintilla; Görtler, Ruiz; Stillhart; Babic (60. Duah), Guillemenot (60. Adamu).

Bemerkungen: Servette ohne Cespedes, Antunes, Guerin und Henchoz (alle verletzt). St. Gallen ohne Kräuchi, Abaz (beide verletzt) und Youan (Quarantäne). Verwarnungen: 12. Stillhart (Foul), 18. Guillemenot (Schwalbe), 24. Kyei (Foul), 73. Ondoua (Foul), 88. Sauthier (Foul), 95. Sasso (Reklamieren). (sda)

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